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Tierschutzgeschichten

Steckbrief1

Kolja, Pekinesenmischling aus Spanien, sein linkes Auge fehlt, warum ist nicht bekannt. 

Steckbrief  Kolja

... ehemals Honey - kommt aus Malaga (Verein Hundeherzen)
Einzugsdatum 2. März 2007 mit circa 5 Jahren.
Die Tierschützer haben ihn aus der Tötungsstation gerettet. 

Kolja war - vor seiner Zeit bei den Tierschützern -  ein Straßenhund. Er hatte wohl mal ein Herrchen das ist deutlich zu merken, aber dann muss er eine ganze Weile auf der Straße gelebt haben. Er war am Anfang immer auf Habacht, schlief sehr unruhig und ließ sich auch kein Essen wegnehmen, er kann heute noch draußen nichts Essbares liegenlassen und auch sonst kann er an nichts Essbarem vorbeigehen (d. h. er klaut). Auch gesundheitlich haben das Leben auf der Straße bzw. sein ‚erstes’ Leben Spuren hinterlassen: er hat nur noch ein Auge, schlechte Zähne, einen Riss in der Zunge, eine Luftgewehrkugel in der Brust und ein schiefes Hinterbeinchen.

Kolja ist ein Pekinesenmischling mit sehr viel Pekinesengenen :
er ist stur, eigensinnig, selbstständig und größenwahnsinnig.
Diese Charaktereigenschaften haben sich durch sein Leben als Straßenhund natürlich noch verstärkt.

Kolja hat zwei Hundeschulen, eine in der Gruppe und eine mit Einzelunterricht erfolgreich boykottiert und wir hatten uns schon damit abgefunden, dass unser Kleiner immer an der Leine gehen muss. Aber nein, nach etwa einem Jahr war die Trotzphase(?) vorbei und Klein-Kolja entwickelte sich zu einem – einigermaßen – gehorsamen Hund: ohne weitere Erziehungsmaßnahmen beschloss dieser Hund, irgendwann brav zu sein. Er wird nie ein perfekt erzogener Hund werden, aber man kann ihn in Wald und Feld ohne Leine laufenlassen, wenn man damit einverstanden ist, dass er ab und an noch mal einen kleinen eigenen Ausflug macht.

Man kann dem kleinen Feger trotzdem nie richtig böse sein, denn er sprüht vor Charme und weiß das auch einzusetzen. Draußen ist er ein großer, wilder Hund und drinnen ist er eine ganz liebebedürftige und sehr anhängliche Schmusebacke. Er möchte ausgiebig gekrault werden und neben einem auf dem Sofa liegen, ein Schoßhund ist er aber nicht. Dummerweise ist er der Meinung wir müssten merken, wenn ihm nach Schmusen zumute ist, d. h.,  er kommt (fast) nicht von alleine zum Schmusen, man muss ihn holen oder sich zu ihm begeben. Und wenn man sich, seiner Meinung nach, nicht genug um ihn kümmert, ist er beleidigt und, was noch schlimmer ist, traurig.

Fremde Hunde kläfft er erstmal an – vor allem die großen – aber dann verträgt er sich mit allen, er braucht sie aber nicht. Kolja ist eher ein Einzelgänger, obwohl er mit Victor, unserem zweiten Hund, sehr gut zusammenlebt: Sie kuscheln und spielen nicht zusammen aber sie passen aufeinander auf, warten auf den anderen, irgendwie wie ein liebevolles altes Ehepaar.

Es hat fast zwei Jahre gedauert, bis dieser kleine Hund wirklich angekommen ist, bis wir wichtiger waren als die Mäuschen unterwegs. Aber es war wunderschön zu erleben, wie das Vertrauen langsam gewachsen ist, wie aus einem ungebärdigen Straßenhund ein liebevoller Familienhund geworden ist.

Kolja ist kein einfacher Hund aber wir lieben ihn sehr. Er bereichert unser Leben ungemein, er macht viel Freude und es wird nie langweilig mit ihm.

 

Steckbrief2

Steckbrief Victor

... ehemals Diego - kommt aus Mallorca (Stiftung) Eurodog für heimatlose Hunde Mallorca)
Einzugsdatum 27. Februar 2007 mit circa 3 Jahren.
Auch Victor haben die Tierschützer aus der Tötungsstation gerettet. 

Victor saß ein Jahr lang im Tierheim, keiner wollte ihn haben, denn Victor hat ein Unscheinbarkeitsgen in sich, alle – egal ob vier- oder zweibeinig – stürzen sich immer erst mal auf unseren zweiten Hund Kolja.

Aber alle haben den Traumhund verpasst !

Victor brauchte keine Eingewöhnungszeit, er war vom ersten Augenblick an zu Hause, hörte, lief ohne Leine, kurz: Liebe auf den ersten Blick, auf beiden Seiten!

Victor ist ein Rudelhund, er liebt andere Hunde und er spielt gerne mit ihnen aber er braucht Zeit zum Kennenlernen. Mit unserem zweiten Hund Kolja versteht er sich prächtig, er lässt sich von Kolja immer zum Unsinnmachen animieren, und wenn er – ausnahmsweise – mal selber Unsinn vorhat, dann vergewissert er sich vorher aber, dass Kolja auch mitmacht. Ein mutiger Hund ist er nämlich nicht, ich fürchte das hat man ihm ausgetrieben, er hat wohl Schlimmes erlebt, er hat auch Angst vor dem Halsband und er frisst erst nach mehrmaliger Aufforderung.

Aber ansonsten ist Victor ein fröhlicher Hund, immer guter Laune und beim Spazierengehen unermüdlich. Er ist sehr verschmust, ziemlich eifersüchtig und hängt sehr an seinen Menschen, er hat wohl immer noch Angst, dass wir wieder verschwinden. Er geht auch, ohne uns, nicht freiwillig mit anderen Leuten spazieren, und wenn wir nicht in seiner gewohnten Umgebung sind, bleibt er immer in unserer unmittelbaren Nähe.

Victor ist ein unkomplizierter und lieber Hund, ein Freund in allen Lebenslagen und wir lieben ihn sehr.

Fotos und Steckbriefe/copyright: S. Eichhorn-Immisch (mit freundlicher Genehmigung)

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Ein paar Dinge, die ich so gar nicht verstehen kann 

Ich verstehe nicht,
 

dass Menschen nicht hören, was ich höre. Und dann meinen sie auch noch, ich wäre im
Unrecht, wenn ich belle
 

dass Menschen all die tollen Dinge, die ich rieche, nicht riechen können. Und wenn sie
sie riechen können, meinen sie auch noch, sie röchen nicht gut
 

dass Menschen den ganzen Kühlschrank voller toller Sachen haben, manchmal sogar
den Mülleimer, und uns nichts davon abgeben
 

dass Menschen nicht verstehen, dass Schuhe für junge Hunde ein ganz tolles Spielzeug sind
und dass man manche Stofftiere einfach „ausweiden“ muss, um für den „Ernstfall“ zu üben
 

dass Menschen immer so an der Leine ziehen und uns aufhalten, obwohl wir es doch so eilig
haben, weiterzukommen
 

dass Menschen so komisch kommunizieren. Statt erstmal Geruchskontakt mit uns aufzunehmen,
fassen sie uns einfach an, stürmen auf uns zu, beugen sich über uns und lauter so merkwürdige
Sachen, die man einfach nicht tut. Das ist im höchsten Maße unsozial
 

dass Menschen sich keinen anständigen Tarngeruch zulegen, wie zum Beispiel den von Tierexkrementen oder Mist. Und Pferdeäpfel mögen sie auch nicht, dabei sagen sie immer,
Äpfel seien gesund 

dass Menschen sich nicht daran stören, wenn Müllmänner unsere Tonnen klauen wollen oder Briefträger an unseren Postkästen rumspielen. Und was für ein Erfolgserlebnis das ist, wenn wir bellen und diese Leute vertreiben, begreifen sie manchmal auch nicht 

dass Menschen glauben, gebadet und mit stinkenden Shampoos eingeschäumt zu werden,
müsste Spaß machen. Es soll sogar Menschen geben, die sich einbilden, wir legten Wert auf Strasshalsbänder und Pelzmäntelchen 

dass Menschen sich komische Geräte vor das Gesicht halten, mit ihnen auf uns „zielen“
und meinen, wir müssten dann ruhig sitzen bleiben oder mitten im Sprung innehalten, damit das „Bild“ nicht verwackelt 

dass Menschen uns mit Spritzen und Trimmmessern und all so einem Kram belästigen 

dass Menschen manchmal so wenig Instinkt und gesunden Menschenverstand haben 

dass einige Menschen so lange brauchen, um nach dem Aufstehen richtig wach zu werden
und mit uns zu spielen
 

Ach, eigentlich verstehe ich ganz vieles nicht und manches mache ich auch nur,
weil meine Menschen es so wollen und dann so entspannt sind. Und ein Leckerchen oder
Lob zwischendurch ist ja auch nicht zu verachten. Es gibt sogar Menschen, die geben sich richtig Mühe. Muss man ja mal anerkennen. Sind aber eben nur Menschen.

(copyr. Chr. Liebold-Eich)

Stand August  09